Finger weg - Warum eine Rede keine Musterrede ist



Suchst du eine Musterrede für deine Betriebsversammlung?

Dann muss ich dich enttäuschen. Ich schreibe keine Musterreden für den Betriebsrat und verkaufe auch keine. Warum?


1. Eine Musterrede ist keine Rede


Eine Musterrede besteht aus Textbausteinen, die dir den Aufbau und das Schreiben deiner Rede leichter machen sollen. Das Fatale an dem Wort ist, dass du den Eindruck bekommst, eine mustergültige Rede für alle Ewigkeiten zu haben.


Mustersätze wie „Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen. Ich begrüße euch zu unserer Betriebsversammlung. Danke, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid. Und ich begrüße auch die Damen und Herren der Geschäftsleitung.“ gehören in die Tonne.


Oder willst du deine Kollegen mit langweiligen Vorstellungsrunden und endlosen Begrüßungszeremonien erschlagen? Sicherlich nicht. Das brauchst du als Betriebsrat auch nicht, denn deine Kollegen kennen dich und die Geschäftsleitung auch.


Textbausteine wie überflüssige Einleitungen „Der Betriebsrat hat sich in den letzten Monaten mit folgenden Themen beschäftigt …“ oder sinnlose Überleitungen „Kommen wir nun zum nächsten Thema …“ sind Sprachmüll. Sie spülen deine Rede wie ein Weichspüler weich.


Mustersätze wie „Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch einmal die wichtigsten Punkte zusammenfassen“ oder „Vielen Dank fürs Zuhören und fürs Kommen. Bis zum nächsten Mal. “ sind kein starkes Ende einer Rede.


2. Eine Musterrede ist keine Betriebsratsrede


Eine Musterrede ist von einem anderen Menschen geschrieben, der weder im Betriebsrat noch dein Kollegen ist. Daher kann ein Fremder sich niemals in deine Lage versetzen und die Situation im Betrieb beschreiben.


Nur du kannst über die Lage an der Betriebsratsfront auf der Betriebsversammlung berichten und mit deinen eigenen Worten beschreiben, was deinen Kollegen unter den Nägeln brennt.


Ich bin im Internet noch auf keine Musterrede für den Betriebsrat gestoßen, die mich umgehauen hat – aber das ist meine persönliche Meinung. Entscheide selbst, ob du dir ein Beispiel daran nimmst oder nicht.


Wenn du dich von anderen langweiligen Rednern unterscheiden willst, benutze deine Worte und schreibe deine Rede selbst. Eine Rede lebt aber nicht nur von deinen Worten, sondern auch von deiner Person.


Achte deshalb nicht nur auf die Wahl deiner Worte, sondern auch auf deine Körpersprache, denn der Körper spricht immer. Und trainiere deine Stimme wie einen Muskel, denn Stimme macht Stimmung.


3. Finger weg von Musterreden


Spring über deinen Schatten und fang noch heute mit dem Schreiben deiner Rede an. Wenn du so schreibst wie du sprichst, geht dir das Schreiben leichter von der Hand.


Zück dann den Rotstift und streiche alle überflüssigen Worte aus deiner Rede. Am Ende hast du eine kurze und knackige Rede.


Stell dich mutig ins Rampenlicht und halte eine einzigartige Rede – einzigartig wie du und einzigartig wie deine Kollegen.

Und denke daran: "Eine Musterrede ist wie ein Musterhaus. Deine Rede wie ein selbstgebautes Haus." (Anke Schulz)

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